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Oracle Enterprise Manager Cloud Control 12c: Neue Plug-in Versionen im Oktober 2013
von Ralf Durben, Oracle Deutschland B.V. & Co. KG

Oracle Enterprise Manager Cloud Control 12c ist modular aufgebaut. Ein generischer Kern wird durch Plug-ins ergänzt, die jeweils spezielle Funktionalitäten für Targettypen oder komplette Funktionsbereiche enthalten. Durch neue Versionen dieser Plug-ins wird das System auf den neuesten Stand gebracht, um zum Beispiel neue Versionen von Targettypen zu unterstützen. Am 31.10.2013 hat Oracle für einige Plug-ins neue Versionen publiziert. Dieser Tipp stellt die für Datenbankadministratoren interessanten Neuerungen vor und gliedert sich in

Bezug der neuen Plug-in Versionen

Neue Plug-ins, sowie deren neue Versionen werden grundsätzlich über den "Self Update" Bereich in Cloud Control bezogen, also heruntergeladen. Dieses ist sowohl ONLINE möglich, also wenn der OMS mit Oracle verbunden ist, als auch im OFFLINE Modus. Die Nutzung des Self Update Bereiches wird im Tipp Oracle Enterprise Manager Cloud Control 12c: Aktuell bleiben mit Self Update beschrieben.

Das Deployment der neuen Plug-in Versionen ist in der GUI von Cloud Control möglich, hat aber den Nachteil, dass der OMS für jedes einzelne Plug-in heruntergefahren werden muss, um SQL-Skripte gegen die Repository Datenbank laufen zu lassen. Dieses ist eine beträchtliche Downtime und so ist es im Allgemeinen sinnvoll, mehrere Plug-ins gleichzeitig zu deployen. Dieses ist mit dem Enterprise Manager Commandline Interface (emcli) möglich und wird beschrieben im Community Tipp Oracle Enterprise Manager Cloud Control 12c: Mehrere Plug-ins gleichzeitig deployen.

Nachdem die neuen Versionen bereits genutzter Plug-ins im OMS deployed sind, muss das Plug-in auch bei den Agenten deployed werden. Bei neuen Plugins ist das nicht notwendig, da in diesem Fall bei der ersten Nutzung des Plug-in für einen Agenten, dieser alle Daten automatisch übermittelt bekommt. Für die am 31.10.2013 publizierten neuen Plug-in Versionen benötigen Sie Agenten der Version 12.1.0.3 (derzeitig die neueste Agentenversion). Sie können EM Agenten 12c innerhalb der GUI über "Setup->Manage Cloud Control->Upgrade Agents" auf die neueste Version bringen, wie es im Tipp Oracle Enterprise Manager Cloud Control 12c: Agenten upgraden beschrieben wird.

Wenn Ihre Agenten aktuell genug sind gehen Sie zum Deployment der Plug-ins auf dem Agenten wie folgt vor: Navigieren Sie zu "Setup->Extensibility->Plug-ins" und klicken Sie auf das Plug-in.



Öffnen Sie das Menü "Deploy on"



und wählen den zweiten Menüpunkt "Management Agent".



Sie bekommen angezeigt, welche Versionen von Zielsystemen durch dieses Plug-in unterstützt werden. Klicken Sie auf "Continue".



Sie bekommen alle Agenten in Ihrer Cloud Control Umgebung angezeigt, die diese neue Plug-in Version noch nicht kennen. Für ein Deployment des neuen Plug-ins muss der Agent online sein (grüner Pfeil) und die richtige Version mitbringen. Wählen Sie einen oder mehrere Agenten aus und schließen diesen Wizard ab.



Neuerungen für die Datenbankverwaltung

Im Bereich der Datenbankverwaltung stehen die Neuerungen vor allem im Zeichen der Datenbank 12c. Viele neue Features dieser Datenbankversion wurden ja schon seit Februar 2013 unterstützt, jetzt wird diese Unterstützung vervollständigt.

Automatic Data Optimization
Die Heatmap zeigt in der Oracle Datenbank 12c, wie oft mit Segmenten in Tablespaces gearbeitet wird, jetzt auch grafisch in Cloud Control. Navigieren Sie dazu in der Homepage einer Datenbank zu "Administration->Storage->Automatic Data Optimization".



Unter dem Reiter "Segment Activity" finden Sie die Heat Map.



Diese ist interaktiv. Klicken Sie zum Beispiel auf einen Tablespace (hier USERS), dann wechselt die Heat Map auf Segmentebene.



Unter dem Reiter "Policy" kann man die eingestellten Policies für Automatic Data Optimization einsehen.



Mehr zum Thema Automatic Data Optimization in der Oracle Datenbank 12c finden Sie im Tipp Oracle Database 12c ist verfügbar: 12 neue Features für DBAs unter dem Stichwort "Information Lifecycle Management".

Hinweis: Automatic Data Optimization ist eine lizenzpflichtige Option der Oracle Datenbank ab der Version 12c.

Compression
Der Compression Advisor ist für Oracle Datenbanken ab der Version 12c jetzt unter "Administration->Storage->Compression" zu finden.



Die Homepage für die Compression in der Datenbank (Compression Summary) zeigt Ihnen auf einen Blick, in welchem Umfang und mit welchen Algorithmen Sie in Ihrer Datenbank komprimieren. Im Screenshot sehen Sie, dass ein Teil der Tabellen mit dem Algorithmus "Basic" komprimiert ist.



Wenn Sie Details sehen, oder den Compression Advisor nutzen möchten, wählen Sie einen Tablespace aus (im Beispiel EXAMPLE) und klicken auf "Show Compression Details". Sie sehen eine Übersicht für alle Objekte in diesem Tablespace. Wählen Sie zum Beispiel eine Tabelle aus und klicken auf "Estimate Compression Ratio".



Wählen Sie den gewünschten Algorithmus und geben Sie Credentials an. Klicken Sie auf OK und der Advisor Job läuft.



Hinweis: Die Nutzung von Advanced Compression ist eine lizenzpflichtige Option der Oracle Datenbank. Die Nutzung des Compression Advisors ist dagegen nicht separat lizenzpflichtig.

Datenbanksicherheit
Das Thema Datenbanksicherheit wird jetzt als eigenständiges Menü behandelt (unabhängig von der Datenbankversion). Bislang waren die Funktionalitäten zu diesem Thema in einem Untermenü unter "Administration" zu finden.



Als neues Feature der Oracle Datenbank ist jetzt "Privilege Analysis" zu finden.



Damit können Sie in einer Oracle Datenbank feststellen, welche Privilegien von den Datenbankbenutzern wirklich verwendet werden. Dieses Feature selbst wird im Tipp Oracle Database 12c ist verfügbar: 12 neue Features für DBAs unter "Datenbank Security Erweiterungen" erklärt.

Sie erzeugen eine Analyse mit einem Klick auf "Create".



Sie geben einen Namen und einen Scope ein. Der Scope kann die ganze Datenbank, oder auch nur ein einzelner Context sein. Mit OK wird die Policy erstellt. Im Beispiel werden alle Aktivitäten analysiert.



Wählen Sie die Policy aus und klicken dann auf "Start Capture", um die Analyse zu starten.



Sie sehen die Policy jetzt als "active". Warten Sie nun die Aktionen der Datenbankbenutzer ab. Stoppen Sie die Analyse, indem Sie auf die Policy und dann auf "Stop Capture" klicken.



Das Ergebnis prüfen Sie, indem Sie wieder auf die Policy und dann "Generate Report" klicken.



Der Report steht zur Verfügung und kann nun im Menü "Actions" unter "Reports" abgerufen werden.



Klicken Sie auf den Reiter "Used" und Sie sehen die genutzten Privilegien



Entsprechend zeigt der Report unter dem Reiter "Unused" die nicht in Anspruch genommenen Privilegien an.

Hinweis: Privilege Analysis ist ein Feature der lizenzpflichtigen Option Database Vault.

Real Application Testing
Mit Oracle Enterprise Manager 12c Database Plug-in (12.1.0.5) gibt es Erweiterungen im SQL Performance Analyzer, die es ermöglichen noch leichter und schneller Änderungen in der Produktionsumgebung zu validieren. Über die neue Seite "SQL Performance Analyzer Setup" ("Performance=> SQL=> SQL Performance Analyzer Setup") ist es neuerdings möglich Einstellungen für die SPA Durchführung vorab festzulegen. Dabei ist es möglich die neue Trial Einstellung "hybrid" zu definieren, die nur SQL Statements mit Planänderungen in der Ausführung berücksichtigt. Darüberhinaus können Einstellungen wie Resource Gruppen Nutzung, DML Verwendung und die Entscheidung über die mehrfache Ausführung durchgeführt werden. Nutzbar sind diese Features für Datenbanken ab der Version 11.2



In Database Replay sind die Consolidated Database Replay Features, die schon mit 11.2.0.3 in der API zur Verfügung standen, nun auch graphisch implementiert. So können mehrere Capture Workloads vom gleichen Server oder von unterschiedlichen Servern für Konsolidierungszwecke auf einem Server abgespielt werden. Dabei ist es möglich aus Gründen des Stress Testings, ein sogenanntes Time Shifting der Workloads durchzuführen - das bedeutet die Workloads so abzuspielen, dass beispielsweise die höchste Last gleichzeitig erfolgen kann. Workload Foldering, ein weiteres Feature, ist ebenfalls eine Möglichkeit die Last zu verändern(erhöhen). Hier wird der Workload zuerst in mehrere Abschnitte unterteilt und dann zur gleichen Zeit abgespielt. Hinweis: Real Application Testing ist eine lizenzpflichtige Option der Oracle Datenbank.

Data Masking und Test Data Management
Im Bereich des Data Maskings gibt es folgende neue Features:
  • Wenn eine Maskierungsdefinition mehrere Spalten umfasst, können davon einige für die Maskierung ein- bzw. abgeschaltet werden, ohne extra eine neue Maskierungsdefinition erstellen zu müssen.
  • Spalten vom Typ CLOB oder BLOB können jetzt auch anonymisiert werden. Mittels regulären Ausdrücken können Sie mehrere Ersetzungsmuster festlegen.



  • Trennung von Designer und Operator: Spezielle Privilegien erlauben, dass nur bestimmte Benutzer eine Maskierungsdefinition erstellen können. Mit dem Ausführungsprivileg für eine Maskierungsdefinition kann diese dann von einem anderen Benutzer ausgeführt werden.


Im Bereich des Test Data Managements gibt es folgendes neue Feature:
  • Mittels Enterprise Manager Commandline Interface (emcli) können Subset Modelle exportiert, importiert und ausgeführt werden (wenn kein Data Pump dafür verwendet werden soll).
Hinweis: Data Masking und Test Data Management sind zwei lizenzpflichtige Management Packs von Cloud Control.

Neuerungen für das Cloud-Management

Im Bereich Cloud Management gibt es beim Thema DBaaS (Database as a Service) die Neuerung, dass jetzt auch im Falle von Oracle 12c Datenbanken eine Pluggable Database (PDB) in der Self Service Anwendung angefordert werden kann. Damit ist es noch einfacher eine Datenbank "auf Knopfdruck" zu bekommen, da das Erstellen einer PDB viel schneller ist als das Erstellen einer herkömmlichen Datenbank. Im Einzelnen können Sie in der Self Service folgendes anbieten:

  • Erstellen einer neuen PDB
  • Migrieren einer Datenbank Pre-12c in eine PDB
  • PDB einklinken (Plug)
  • PDB klonen




Die Erstellung einer neuen Datenbank kann auch mittels Snap Cloning erfolgen. Dabei wird auf Storage Ebene per "Copy on Write" Technology ein Snapshot erstellt, der als neue Datenbank betrachtet wird. Diese Operation ist sehr schnell. Die Funktionalität war bislang nur wenigen Storage Systemen vorbehalten und kann nun auf allen Storage Systemen (NAS oder SAN), die diese Technologie unterstützen, angewandt werden.

Eine Datenbank Cloud muss vor ihrer Nutzung zunächst eingerichtet werden. Um diese Schritte zu vereinfachen wurde ein DBaaS Rapid Start Kit entwickelt, welches für Exadata Maschinen gedacht ist. Wer also eine Exadata Maschine Full Rack für eine Datenbank Cloud nutzen möchte, kann eine Datenbank Cloud in weniger als 5 Minuten einrichten mit
emcli @exadata_cloud_setup.py
Das Rapid Kit ist also ein Skript, welches alle notwendigen Schritte durchführt. Hinweise:
  • Cloud Management ist Bestandteil des lizenzpflichtigen Cloud Management Pack von Cloud Control.
  • Die Nutzung von PDBs ist Bestandteil der lizenzpflichtigen Datenbankoption Oracle Multitenant.

Neuerungen für Engineered Systems

Auch für Engineered Systems gibt es interessante Neuerungen. So wurde das Hardware Monitoring für Exalytic Maschinen erweitert. Auch bei der Exadata Maschine wurde das Monitoring weiter verbessert. In der Navigationsleiste einer Exadata Maschine wird jetzt auch die Software angezeigt. So kann von der Ebene der Exadata Maschine sehr schnell zum Beispiel zu den Datenbanken navigiert werden. Auch eine Unterstützung von Oracle Multitenant in den Performance Charts der Storage Zellen ist nun vorhanden. Als große Vereinfachung ist des Weiteren bei der Einbindung von Exadata Maschinen in Cloud Control der nun komplette Exadata Discovery Wizard zu sehen. Mit einem Vorgang werden alle Komponenten, also auch zum Beispiel Datenbanken erfasst. Bislang waren dafür mehrere Schritte notwendig.

Lizenzhinweis

Die Nutzung mancher oben beschriebener Funktionalitäten sind separat im Rahmen von Optionen oder Management Packs lizenzpflichtig. Dieses ist in den einzelnen Abschnitten angegeben.

Weitere Informationen und hilfreiche Links

Weitere Informationen finden Sie unter:


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