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Oracle Enterprise Manager Cloud Control 12c: Neue Features im Release 2
von Ralf Durben, Oracle Deutschland B.V. & Co. KG

Seit dem 14.09.2012 steht ein neues Release 2 von Oracle Enterprise Manager Cloud Control 12c zur Verfügung. Zum ersten Mal in der Geschichte von Enterprise Manager hat Oracle ein neues Release für alle Komponenten und Plattformen am gleichen Tag freigegeben. Das neue Release steht also sowohl bzgl. OMS als auch der Agenten für alle unterstützten Plattformen zur Verfügung. Damit kann das neue Release sofort für alle Umgebungen eingesetzt werden.

Oracle Enterprise Manager Cloud Control 12c Release 2 trägt die Versionsnummer 12.1.0.2 und ist vor allem ein Stabilitätsrelease. Es enthält hauptsächlich Bugfixes und Performance-Verbesserungen. Es gibt aber auch einige neue Features. Dieser Tipp zeigt die neuen Features auf:



Framework und Infrastruktur

Die meisten neuen Features finden sich im Bereich Framework und Infrastruktur.



Dynamische Gruppen

Gruppen sind schon aus den Vorgängerreleases bekannt. Damit können verschiedene Targets (Datenbanken, Middleware, Hosts,...) gemeinsam betrachtet werden. Ein oft genutztes Anwendungsbeispiel ist die Zuordnung von Targets zu den verantwortlichen Administratoren. Targets können zum Beispiel nach ihrem Standort in Gruppen zusammengefasst werden. Die EM-Benutzer bekommen Zugriff auf diese Gruppen und sehen damit automatisch die für sie relevanten Systeme.

Der Haken dabei war bislang, dass sich die Eigenschaft eines Targets ändern konnte: Eine Datenbank zum Beispiel zieht von Hamburg nach München um und müsste damit auch die Gruppe wechseln. Bei normalen Gruppen muss dieses manuell durchgeführt werden. Die neuen dynamischen Gruppen im Release 2 übernehmen diese Zuordnung auf der Basis von Target-Eigenschaften.



Sie können zum Beispiel eine dynamische Gruppe erstellen, die alle Datenbanken mit der Eigenschaft "Target Version = 11.2.0.3.0" zusammenfasst. Sobald diese Eigenschaft beim Target gesetzt wird, wandert dieses Target in diese Gruppe. Als Zuordnungskriterium stehen folgende Eigenschaften zur Verfügung:

  • Target Type
  • Target Version
  • On Host
  • Platform
  • Lifycycle Status
  • Line of Business
  • Location
  • Contact
  • Comment
  • Department
  • Customer Support Identifier
  • Cost Center
Lizenzhinweis: Dynamische Gruppen sind Bestandteil der Basisfunktionalität von Cloud Control.



Properties für EM User

Sie können jetzt den EM-Benutzern Eigenschaften (Properties) geben. Sobald ein EM-Benutzer mit gesetzten Properties ein neues Target anlegt, werden diese Eigenschaften dem neuen Target vererbt. Damit bekommt das neue Target auf jeden Fall die wichtigsten Eigenschaften zugeordnet, um zum Beispiel automatisch einer dynamischen Gruppe (siehe oben) zugeordnet zu werden. Target-Properties können seit dem Release 1 von Cloud Control genutzt werden. Ein EM-Benutzer kann folgende Eigenschaften gesetzt bekommen:

  • Line of Business
  • Location
  • Contact
  • Description
  • Department
  • Cost Center
Lizenzhinweis: Properties für EM User sind Bestandteil der Basisfunktionalität von Cloud Control.



Verwaltung von Cloud Control

Zur Verwaltung des Cloud Control Frameworks gibt es jetzt einen neu benannten Menüpunkt: "Setup -> Manage Cloud Control". Dort gelangen Sie zu den neu gestalteten Seiten für die Verwaltung

  • des OMS
  • des Repositories
  • der Agenten




Die Seite für das Repository zeigt jetzt zum Beispiel an, wieviele Datenbanksessions pro Arbeitsbereich (z.B: Eventsystem, Jobsystem, Loader,...) aktiv sind. Die Übersicht über alle Agenten enthält jetzt vordefinierte Filter (All, Up, Under Blackout, Status Pending, Agent Unreachable, Blocked, Misconfigured, Upgradeable, Not Upgradeable), mit denen in einer großen Liste von Agenten besser gesucht werden kann.

Lizenzhinweis: Die Seiten zur Verwaltung von Cloud Control sind Bestandteil der Basisfunktionalität von Cloud Control.



Software Library

Die Software Library wird im Rahmen von Provisionierungen und zum Eispielen von Patches verwendet. Sie enthält die zu provisionierende Software in Form von Komponenten und die dazu gehörigen Installationsanweisungen in Form von Direktiven. Mit dem neuen Release können jetzt Verzeichnisse, Komponenten und Direktiven in der Software Library auch über das Enterprise Manager Command Line Interface (EMCLI) verwaltet werden. Somit ist eine Integration mit anderen Systemen möglich. Als weitere Neuerung ist es jetzt möglich mit einer einfachen Aktion (Stage Operation) Komponenten aus der Software Library auf Zielsysteme zu kopieren, ohne eine Deployment Prozedur starten zu müssen.

Lizenzhinweis: Die Nutzung der Software Library zur Provisionierung ist Bestandteil des separat zu lizenzierenden Lifecycle Management Packs.



BI Publisher

Die Inhalte des EM Repositories sind natürlich interessant für Reports. Dazu gibt es in Cloud Control die internen Reports, auch "Information Publisher" genannt. Aber auch das externe Tool "BI Publisher" gibt die Möglichkeit, umfangreiche Reports zu nutzen. Das Release 2 von Cloud Control 12c unterstützt den BI Publisher der Version 11.1.1.6.0.





Monitoring und Incident Management

Auch im Rahmen des Monitoring und Incident Managements gibt es Neues zu vermelden.



Metric Extensions

Metric Extensions sind benutzerdefinierte Metriken, die mit Cloud Control 12c eingeführt wurden. Ihre interne Implementierung und ihr Funktionalitätsumfang unterscheidet sich von den "user defined Metrics" in Grid Control und es wird empfohlen, neue Metriken nur noch in der Form "Metric Extensions" zu erstellen.

Im Release 1 von Cloud Control 12c können die Metric Extensions nur von EM Superusern editiert und verwaltet werden. Im Release 2 können die Privilegien "Edit" und "Full" auch an normale EM Benutzer vergeben werden.

Lizenzhinweis: Die Nutzung Metric Entensions ist Bestandteil verschiedener separat zu lizenzierender Management Packs, zum Beispiel des Datenbank Diagnostics Packs.



Monitoring Templates

Monitoring Templates geben an, wie ein Zielsystem überwacht werden soll. Sie enthalten also die zu überwachenden Metriken mit ihren Erfassungsintervallen und Schwellenwerten. Damit kann in einer einzigen Operation (Anwendung des Monitoring Templates) die komplette Einstellung der Überwachung eines Zielsystems vorgenommen werden. Die Erstellung eines Monitoring Templates basierte bislang immer auf der Erfassung von Einstellungen eines existierenden Systems, welches als Referenz herangezogen wurde. Als neues Feature kann ein Monitoring Template jetzt auch auf Basis eines Best Practise, also eines Defaults erstellt und natürlich später justiert werden. Im Rahmen des Self Update Mechanismus bietet Oracle vorgefertigte Best Practises für die Überwachung von Oracle Produkten an.

Monitoring Templates können jetzt auch exportiert und importiert werden. Damit können Sie also diese Templates von einem Cloud Control System zu einem anderen Cloud Control System übertragen. Sollte das zu übertragende Monitoring Template eine Metric Extension, also eine benutzerdefinierte Metrik, enthalten, so wird beim Import auch die Definition dieser Metric Extension übernommen.

Lizenzhinweis: Die Nutzung Metric Entensions ist Bestandteil verschiedener separat zu lizenzierender Management Packs, zum Beispiel des Datenbank Diagnostics Packs.



Incident Manager

Der Incident Manager in Cloud Control zeigt Ihnen an, wo in Ihren Systemen Probleme bestehen. Im Release 2 bekommen Sie dabei noch mehr Informationen über die jeweils betroffenen Targets angezeigt und Sie können den Status von Incidents jetzt auch in Bulk Operationen verändern (Clear, Acknowledge,...). Die in Incident Rules vorgenommene Bewertung eines Incidents kann jetzt auch den Lifecycle Status eines Targets berücksichtigen.





Cloud Management

Im Rahmen des Cloud Managements gibt es zwei Neuerungen.



Java as a Service

Sie können jetzt auch Java-Anwendungen als Service in einer privaten Cloud anbieten.

Lizenzhinweis: Die Nutzung von Java as a Service ist Bestandteil des separat zu lizenzierenden Cloud Management Packs for Middleware.



Chargeback

Die Abrechnung von Resourcennutzung basiert auf Kostenstellen und Chargeplänen. Diese konnten im Release 1 einem Target zugeordnet aber nicht wieder entzogen werden. Dieses ist nun im Release 2 möglich. Auch kann jetzt eine RAC-Datenbank als sogenannte "Shared Datenbank" abgerechnet werden. Dabei kann auf der Basis einzelner DB Services die Abrechnung erfolgen. Die Abrechnungsdaten liegen in einer eigenen Tabelle und können dort über normales SQL ausgelesen werden. Neu ist jetzt der Zugriff mit dem Enterprise Manager Command Line Interface (EMCLI) und dem Kommando "get_metering_data".

Lizenzhinweis: Die Nutzung von Chargeback ist Bestandteil des separat zu lizenzierenden Cloud Management Packs for Middleware oder Cloud Management Packs for Database.





Virtualization Management

Ab Release 2 von Cloud Control wird die Verwaltung von Oracle VM (x86) 3.1.1 voll unterstützt. Bei der Registrierung des OVM Managers ist dabei aber einiges zu beachten. Die Vorgehensweise wird im Cloud Administration Guide beschrieben.

Zusätzlich müssen Sie sicherstellen, dass das Zertifikat des OVM Managers im "Agent Keystore" vorhanden ist:

1. OVM Manager Zertifikat exportieren

<JAVA_HOME>/bin/keytool -keystore <OVM_MANAGER_HOME>/ovmmCoreTcps.ks -exportcert -alias ovmm -file <file_loc_for_certificate>

2. OVM Manager Zertifikat in Agent Keystore importieren 

<AGENT_INSTANCE_HOME>/bin/emctl secure add_trust_cert_to_jks -trust_certs_loc <file_loc_for_certificate> -alias <alias_name>





Fazit

Das Release 2 von Cloud Control 12c ist primär ein Release, dass viele kleine Stolpersteine des ersten Releases ausbügelt, auch wenn es einige interessante neue Features enthält. Da das neue Release gleichzeitig auf allen unterstützten Plattformen erschienen ist, ist gewährleistet, dass Sie den vollen Funktionsumfang auf allen Plattformen nutzen können.

Weitere Informationen und hilfreiche Links

Weitere Informationen finden Sie unter:


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