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Public Database as a Service - Konfiguration des automatischen Cloud Backups
von Manuel Hoßfeld, Oracle Deutschland B.V. & Co. KG

[Update Hinweis: Die in diesem Artikel gezeigten Screenshots zeigen eine ältere Version der Oberfläche - das Grundprinzip hat sich jedoch nicht geändert.]

In den bisherigen Artikeln (Teil 1, Teil 2) dieser Reihe zum Oracle Database Cloud Service wurde das Einrichten eines automatisierten Backups noch nicht behandelt, da hierfür ein wenig "Vorarbeit" nötig ist. Wozu Sie dieses integrierte Backup nutzen können, wie es funktioniert und welche Schritte zur Einrichtung erforderlich sind erfahren Sie daher im in diesem Artikel.

Grundsätzliches zum automatischen Backup beim Oracle Database Cloud Service

Vorab: Bei dem in diesem Artikel beschriebenem automatischen Backup handelt es sich um ein Merkmal des "vollwertigen" Database-as-a-Service Angebots in der Oracle Cloud, d.h. des "Oracle Database Cloud Service" mit integriertem sogenannten "Cloud Tooling". Die Variante mit dem Namenszusatz "Virtual Image" verfügt über keinerlei solches Tooling. Das heisst natürlich nicht dass Sie eine Service Instanz vom Typ "Oracle Database Cloud Service - Virtual Image" nicht ebenfalls mit einem Backup sichern können, aber bei letzterem erfolgt die Planung, Einrichtung und Nutzung jeglicher Backup-Mechanismen komplett von Hand - genau wie alle anderen Konfigurations- und Administrationsmerkmale der Datenbank.

Einige der Vorteile und Möglichkeiten des vom "Cloud Tooling" automatisch eingerichteten Backups sind:

  • Einfach: Auch ohne Kenntnisse von RMAN-Konfiguration und -Syntax kann das Backup eingerichtet und genutzt werden
  • Implementation von Best Practices: Das Backup wird so eingerichtet, dass automatisch jede Nacht ein Backup erstellt wird, welches einem siebentägigen "rolling incremental"-Zyklus folgt. (D.h. das letzte Vollbackup ist maximal eine Woche alt.)
  • Nutzbar um Test- und Development-Datenbanken schnell und einfach wieder auf einen vorherigen Stand zurückzusetzen
  • Nutzbar für "klassisches" Recovery der Database Cloud Service Instanz (z.B. nach absichtlichem oder versehentlichem Löschen), da auch die wichtigsten Konfigurationsdateien (auf Betriebsystem-Ebene) gesichert werden

Der hier beschriebene Mechanismus bedient sich des Database Backup Cloud Services, welcher auch losgelöst vom Database Cloud Service zum Sichern von "On-Premise" (also im eigenen RZ) betriebenen Datenbanken verwendet werden kann. Dies hat den nützlichen Nebeneffekt, dass man auf diese Art und Weise ein zuvor von einer bestehenden Datenbank angelegtes Backup auch zum Datenladen bzw. Instanziieren einer Datenbank in der Cloud verwenden kann.

Vorbereitung und Konfiguration des automatischen Cloud Backups

[Update Hinweis: Das vorherige Anlegen eines Storage Containers ist nicht mehr zwingend erforderlich und kann alternativ auch direkt im "Create Instance" Wizard des Database Cloud Service erfolgen.]

Will man von der automatisch durch das "Cloud Tooling" eingerichteten Möglichkeit automatischer Backups Gebrauch machen, muss dazu vor der Erstellung der Datenbank ein sogenannter "Storage Container" angelegt werden. Der Weg dorthin wird in der Dokumentation beschrieben. In dieser wird vorausgesetzt, dass man mit dem Kommandozeilenwerkzeug CURL direkte HTTP Calls auf die entsprechenden Endpoints des Storage Cloud Service macht. Aber es geht zum Glück auch bequemer: Da der Oracle Storage Cloud Service (als Basis des Database Backup Service) "OpenStack Swift" kompatibel ist, kann man prinzipiell jeden beliebigen Client verwenden, der mit Swift-basiertem Storage umgehen kann. Empfehlenswert ist z.B. der kostenfreie "Cloudberry Explorer for OpenStack Storage".
Die Konfiguration einer Verbindung zu Ihrem Oracle Cloud Account in Cloudberry entnehmen Sie folgendem Screenshot.

Sobald Sie erfolgreich eine Verbindung zur Storage Cloud hergestellt haben, drücken Sie in der Symbolleiste des Cloudberry Explorers den Knopf mit dem kleinen blauen Quader ("New Container") und vergeben einen Namen für den zu erzeugenden Container.

Um das automatische Backup in diesen Storage Container nun auch zu nutzen, sollten Sie im DBCS "create instance"-Wizard an der Stelle "Backup Destination", wo Sie beim ersten Teil des Artikels "none" gewählt haben, nun die Variante "Both Cloud Storage and Local Storage" wählen. Im folgenden Screenshot ist der für Backups relevante Bereich rot markiert.

Im Feld "Cloud Storage Container" müssen sie den Namen des Storage Containers angeben, der (wie oben beschrieben) zuvor erzeugt wurde. Das Namensformat ist zwar nicht selbsterklärend, aber wird nach Klick auf das kleine Fragezeichensymbol in einem Popup eingeblendet. Es lautet:

<Servicename>-<Identity Domain>/<Containername>

Sofern nicht anders vermerkt, lautet der Servicename in der Regel einfach "Storage". Falls Ihre Identity Domain zum Beispiel "Hugo4711" und der Name des angelegten Containers "MeineBackups" lautet, geben Sie in das Feld ein:

Storage-Hugo4711/MeineBackups

Mit "Cloud Storage User Name" bzw. –Password sind Ihre Credentials für den Oracle Cloud Account gemeint.

Bitte beachten Sie, dass Sie einen wie oben erzeugten und hier angegebenen Container nur für jeweils eine DBCS-Instanz verwenden.

Per Default wird das "Cloud Tooling" in Ihrer DBCS Instanz nun die letzen sieben Tage an Backups lokal in der VM vorhalten. Ältere Backups (bis zu einem Gesamtzeitraum von 30 Tagen) werden über den Database Backup Service gesichert, für den wir wie oben beschrieben den Storage Container angelegt haben. Weitere Einzelheiten sowie eine Anleitung, wie Sie diese Backupstrategie gegebenenfalls an Ihre eigenen Bedürfnisse anpassen können, entnehmen Sie bitte der Dokumentation.

Bei dem eben beschriebenen Cloud Backup handelt es sich letztlich um ein "Hybrid Backup." D.h. es wird nicht nur der Inhalt der Datenbank mittels RMAN gesichert, sondern auch die wichtigsten Konfiguationsdateien von Datenbank und Betriebssystem. Daher können Sie selbst dann wenn Ihnen eine so gesicherte Database Cloud Service Instanz gar nicht mehr zur Verfügung steht (z.B. weil diese absichtlich oder versehentlich gelöscht wurde), ein vollständiges Recovery der Umgebung durchführen. Die dazu notwendigen Schritte sind ebenfalls in der Dokumentation beschrieben. Bitte beachten Sie, dass die Schritte für Single Instance bzw. RAC Instanzen jeweils leicht unterscheiden.

Neben den täglich erzeugten automatischen Backups können Sie außerdem jederzeit ein "On-Demand Backup" anfertigen, wenn Sie dieses z.B. als inhaltlich sinnvollen Wiederaufsetzpunkt für Tests in Ihrer Datenbankumgebung benötigen.Die genauen Möglichkeiten und Vorgehensweisen dafür entnehmen Sie dem entsprechenden Kapitel der Dokumentation.

Weitere Informationen

Das Thema Backup / Recovery in die Cloud sowie innerhalb der Cloud ist übrigens auch Thema der "Oracle Cloud Now" Videoreihe:

Oracle Cloud Now - Teil 6: Maximale Verfügbarkeit - auch in der Cloud

Dokumentation:

Backing Up and Restoring a Database as a Service Instance

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